giovedì, aprile 06, 2006

Bono wettert gegen Berlusconi

Der irische Rocksänger Bono hat den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi in einem offenen Brief kritisiert. "Herr Berlusconi, ich fühle mich ein wenig ausgenutzt", schreibt der 45-jährige Bandleader von U2 in dem Brief, den die Mailänder Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlichte.

Berlusconi behaupte in einer Wahlkampfbroschüre, Bono habe der römischen Regierung für ihren Kampf die Armut in der Dritten Welt gedankt.

"Doch tragischerweise ist Italien in den vergangenen Jahren in Sachen Dritte-Welt-Hilfe auf den letzten Platz der 22 reichsten Länder der Welt abgerutscht", sagte Bono. "Das ist nicht das Italien, das ich kenne und das ich liebe."



Bono erinnere sich daran, dass Berlusconi ihm in einem Telefonat zugesagt habe, die Entscheidung der G-8-Staaten zur Entschuldung armer Länder zu unterstützen und umzusetzen. "Tragischerweise ist Italien in den letzten Jahren unter dieser Regierung auf den letzten Platz in der Liste der weltweit 22 reichsten Länder gerückt, was die Pro-Kopf-Ausgaben zugunsten der ritten Welt betrifft." In einer Reaktion auf die Ausführungen Bonos erklärte das Büro des Ministerpräsidenten am Sonntag, die italienische Regierung stehe wie eh und je zu ihren Entwicklungshilfeverpflichtungen. Das Büro machte die gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme Italiens für "Verzögerungen" bei der Umsetzung von Hilfszusagen verantwortlich.