mercoledì, aprile 05, 2006

Mussolini will unter Berlusconi Vizepremier werden

Regierungschef Silvio Berlusconi hat am Montagabend bei der TV-Debatte mit seinem Herausforderer Romano Prodi versprochen, dass er in einer Neuauflage seiner Regierung eine Frau als Vize-Premierministerin einsetzen wolle - das genügte der Duce-Enkelin Alessandra Mussolini schon, um am Dienstag ihre Kandidatur für diesen Posten zu verkünden.

„Diese Vize-Premierministerin werde ich sein. Meine Partei (die rechtsextreme Alternativa Sociale) wird bei den Parlamentswahlen am Sonntag großen Erfolg haben. Ich werde in der neuen Regierung Berlusconi den Posten übernehmen, den derzeit Außenminister Gianfranco Fini besetzt“, meinte die streitbare und umstrittene 43-Jährige, deren Tante Sofia Loren weltberühmt ist.

Mussolini hatte im Februar einen Wahlpakt mit Berlusconi abgeschlossen. Dank dieses Wahlpakts ist Mussolini wieder in die Mitte-Rechts-Allianz zurückgekehrt, aus der sie im November 2003 ausgetreten war. Mit Missmut hatte damals die Mutter von drei kleinen Kindern auf den Besuch ihres damaligen Parteichefs Gianfranco Fini - heute Vizepremier und Außenminister - in Israel reagiert. Beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem entschuldigte sich Fini für die Rassengesetze, die das faschistische Regime Italiens 1938 eingeführt hatte. Daraufhin hatte Mussolini Finis Partei (Alleanza Nazionale) verlassen und eine eigene Rechtspartei gegründet.

Berlusconi verpflichtete sich am Montagabend, erstmals in Italien eine Frau in die Stellvertreterposition des Regierungschefs zu holen. Dies geschah, nachdem er bei seinem TV-Auftritt am 14. März die Feministinnen mit Aussagen über die mangelnde Beteiligung von Frauen am politischen Leben in Italien verärgert hatte. Auf die Frage, warum die Frauenquote auf den Wahllisten der Regierungsparteien so gering sei, antwortete Berlusconi, dass es in der Praxis schwierig sei, qualifizierte Frauen von der Familie zu trennen und in die Politik zu holen.

„Es ist nicht einfach, Frauen mit passender Qualifikation in anspruchsvolle Ämter zu führen, sie müssten Familie und Mann verlassen und sich fünf Tage die Woche in Rom aufhalten“, hatte Berlusconi damals gesagt. Die Worte des Ministerpräsidenten lösten hitzige Reaktionen aus. „Berlusconi ist grotesk und mittelalterlich. Man sieht, wie Berlusconi vom Rest des Landes entfremdet ist. Die künftige Regierung unter Romano Prodi wird vielleicht nicht aus bis zu 50 Prozent Frauen bestehen, wie das Kabinett Zapatero in Spanien. 30 Prozent der Regierungsmitglieder werden jedoch bestimmt Frauen sein“, meinte die Politikerin der oppositionellen Sammelbewegung „Margherita“, Rosy Bindi.