Berlusconi unter Druck: Spionageverdacht gegen Minister
Vier Wochen vor den Parlamentswahlen ist ein „Watergate“-Skandal am Tiber ausgebrochen, der die Regierung von Silvio Berlusconi arg unter Druck setzt. Die Opposition fordert den Rücktritt von Gesundheitsminister Francesco Storace wegen Verdachts der „politischen Spionage“.
Storace, Spitzenpolitiker der Alleanza Nazionale, soll vor Regionalwahlen im Jahr 2005 Privatdetektive beauftragt haben, um politische Gegner auszuspionieren. Es seien Telefongespräche abgehört worden. Die Staatsanwaltschaft nahm bereits 16 Verdächtige fest, darunter elf Privatdetektive, zwei Mitarbeiter der italienischen Telecom und einen Polizisten.
Unter anderem sei das Telefon der Vorsitzenden der Rechtspartei „Soziale Alternative“, Alessandra Mussolini, abgehört worden, einer Enkelin des ehemaligen Diktators. Storace hatte sich bei der Wahl 2005 um das Präsidentenamt der Region Latium beworben, die Wahl aber verloren. Auch der damalige Wahlsieger, der Linkskandidat Piero Marrazzo, soll ausspioniert worden sein. Die Justizbehörden gehen davon aus, dass Storace Drahtzieher eines Komplotts gewesen sei, um Marrazzo politisch zu schaden.
Storace, der zu den Vertrauensmännern von AN-Chef und Außenminister Gianfranco Fini, zählt, wies die Vorwürfe zurück. Er sei Opfer eines Komplotts, mit dem man ihm und seiner Partei kurz vor den Wahlen. Fini erklärte sich mit Storace solidarisch, während Regierungschef Berlusconi volle Aufklärung verlangte. Berlusconi ist über die Auswirkungen des Skandals wenige Wochen vor den Parlamentswahlen besorgt. „Wir können jetzt keinen Minister verlieren“, wurde Berlusconi von Medien zitiert.
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