Prodi fordert Schließung von Guantanamo
Während Ministerpräsident Silvio Berlusconi sich zu einem dreitätigen Besuch in den USA aufhält, fordert Oppositionsführer Romano Prodi von George W. Bush eine Schließung von Guantanamo. Das des US-Gefangenenlager sei eine „Wunde“ für das Image des Westens. Das Lager auf Kuba müsse geschlossen werden, forderte der ehemalige EU-Kommissionspräsident am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.
„Ich bin der Überzeugung, dass es unserem Image sehr geschadet hat“, sagte Prodi. Er verwies auf Fälle von Gefangenenmisshandlung und sprach dabei von „einer anhaltend offenen Wunde“. Der Besuch des Ministerpräsidenten in Washington wurde von der Opposition scharf kritisiert. „Berlusconi hat den US-Besuch aus reinen Propagandagründen organisiert. Ich denke aber, dass ihm Bush eine Abschiedsfeier organisiert hat“, sagte Prodi.
Berlusconi hat am Dienstag US-Präsident Bush im Weißen Haus getroffen. Bush hat dabei sein „freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis“ zum italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi betont, aber auch Meinungsunterschiede eingestanden. Beide Politiker setzten sich nach einem Gespräch für die weitere Förderung der Demokratie im Irak ein. Diskutiert wurden den Angaben zufolge auch die Themen Afghanistan und die iranischen Nuklear-Bemühungen.
Berlusconi, der ein Bündnispartner der USA im Irakkrieg ist, hatte schon vor geraumer Zeit den Rückzug der italienischen Truppen bis zum Jahresende angekündigt. In einem am Montag veröffentlichten Interview des US-Nachrichtenmagazins „Newsweek“ hatte er angekündigt, auch Bush einen Zeitplan für den Rückzug der US-Truppen empfehlen zu wollen. „Die irakische Regierung wird bald in der Lage sein, selbst die Ordnung im Land aufrecht zu erhalten“, sagte Berlusconi. Bush hat sich bisher entschieden gegen jeden Abzugsplan ausgesprochen.
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