mercoledì, aprile 19, 2006

Immobilienhai Ricucci festgenommen

Der skandalumwitterte Immobilienhai, Stefano Ricucci, ist am Dienstag in Rom festgenommen worden. Dem 43-jährigen Römer wird Kursmanipulation und Bilanzfälschung vorgeworfen. In den Sog der Ermittlungen sind nach Justizangaben weitere fünf Personen geraten.

Die Ermittlungen betreffen Ricuccis gescheiterten Versuch, im vergangenen Sommer die Mehrheit der Aktien der Mailänder Verlagsgruppe RCS aufzukaufen, die die prestigereiche Tageszeitung „Corriere della Sera“ herausgibt. In den vergangenen Monaten hatte Ricucci sein RCS-Aktienpaket auf 20 Prozent aufgestockt. Er rückte somit zum neuen Hauptaktionär der renommierten Verlagsgruppe auf. Laut Medien ist der Unternehmer, der in wenigen Jahren ein Immobilienimperium aufgebaut hat, ein Strohmann des scheidenden Regierungschefs Silvio Berlusconi, der wenige Monate vor den Parlamentswahlen Einfluss auf die angesehenste Tageszeitung im Land erwerben wollte.

Ricucci ist in den letzten Wochen bereits in den Sog von Justizermittlungen geraten. Laut Börsenaufsicht besteht der Verdacht, dass Ricucci mit dem skandalumwitterten Geschäftsführer der Banca Popolare Italiana (BPI), Giampiero Fiorani, in gemeinsamer Absprache mit der norditalienischen Bank Antonveneta gegen den Übernahmeversuch der niederländischen ABN Amro vorgegangen war.

In wenigen Jahren ist Ricucci zum reichen Finanzier aufgerückt. Der Wert seiner Beteiligungen versechsfachte sich von 246 Mio. auf 1,47 Mrd. Euro. Seinen Anteil von 20,91 Prozent am zweitgrößten Verlag des Landes hat Ricucci wegen der misslungenen Übernahmen verkauft.