Polemik wegen Berlusconis Rede vor US-Kongress
Die Rede von Ministerpräsident Silvio Berlusconi vor dem amerikanischen Kongress hat in Italien eine Diskussion ausgelöst. Die Oppositionsparteien bezeichneten den Auftritt des Premierministers als „schändliche Wahlwerbung“ sechs Wochen vor den Parlamentswahlen in Italien. Die Linke kritisierte die TV-Sender Berlusconis, die die 25-minutige Ansprache des Ministerpräsidenten live gesendet und im Lauf des Abends sogar wiederholt haben.
In seiner Rede hatte Berlusconi die guten Beziehungen beider Länder hervorgehoben. Nur wenn alle Demokratien auf allen Kontinenten zusammenstünden, könne die Bedrohung seitens des internationalen Terrorismus besiegt werden, erklärte Berlusconi. Er habe sich immer dafür eingesetzt, dass Europa und die Vereinigten Staaten starke Verbündete blieben, auch wenn die öffentliche Meinung sich gegen den Irak-Krieg gewendet habe, meinte er. „Wir können die Gefahr nicht ignorieren, dass ein vereinigtes Europa seine Identität im Kontrast zu Amerika definieren könnte“, erklärte Berlusconi. Der Gastredner wurde mehrfach von lautem Applaus unterbrochen.
„Ich habe mich für Italien geschämt. Der Ministerpräsident eines großen Landes ist wie ein schüchterner Schüler vor dem US-Kongress aufgetreten“, kommentierte der Chef der Linksdemokraten, Piero Fassino. Laut dem Sprecher der Grünen, Alfonso Pecoraro Scanio, sei Berlusconi auf Kosten der italienischen Steuerzahler nach Washington gereist, um von US-Präsident George W. Bush lobende Worte zu erhalten. Er versuche somit Wählerstimmen für die Parlamentswahlen am 9. und 10. April zu gewinnen.
Der Chef der Kommunisten, Oliviero Diliberto, betonte, es sei schrecklich, dass US-Präsident George W. Bush und Berlusconi sich „mit Blut verschmierten Händen“ schütteln. Diliberto bezog sich auf die gemeinsame Beteiligung der USA und Italiens an der Mission im Irak.
Die Regierungskoalition lobte dagegen Berlusconis Auftritt. Die Rede des Ministerpräsidenten sei von langem Applaus unterbrochen worden, der Beifall des amerikanischen Parlaments sei enorm gewesen. „Demokraten und Republikaner gemeinsam haben Italien applaudiert, ein Land, das seinen internationalen Verpflichtungen treu ist“, sagte der AN-Abgeordnete Alfonso Urso.
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