venerdì, marzo 31, 2006

Italien fiebert letztem TV-Duell Berlusconi-Prodi entgegen

Italiens politische Szene fiebert dem zweiten und letzten TV-Duell zwischen Regierungschef Silvio Berlusconi und seinem Herausforderer Romano Prodi am Montagabend entgegen. Berlusconi sucht Revanche, nachdem der Oppositionschef bei einem von der RAI gesendeten TV-Duell vor zwei Wochen als klarer Sieger hervorgetreten war.

Die Regeln der Fernsehschlacht zwischen den beiden Spitzenkandidaten sind von einem parlamentarischen Aufsichtsgremium, das mehrheitlich von der Regierungskoalition kontrolliert ist, streng definiert worden. Das TV-Duell wird am Montag um 21.15 Uhr von der RAI ausgestrahlt und 90 Minuten dauern. Moderator ist der Doyen der politischen TV-Journalisten Italiens, Bruno Vespa.

Zwei Journalisten werden wie vor zwei Wochen Fragen stellen, die nicht länger als 30 Sekunden dauern. Dieselbe Frage wird an beide Politiker gerichtet. Die Antworten dürfen maximal zweieinhalb Minuten lang sein. Insgesamt werden die beiden Kandidaten auf acht Fragen antworten. Danach haben sie noch zweieinhalb Minuten Zeit für einen Appell an die Wähler. Zuschauer werden im Studio nicht zugelassen. Die Debatte solle sich schlicht auf das Wahlprogramm der beiden Bündnisse konzentrieren. Die Regie wird bei der Aufnahme keinen Kandidaten bevorzugen. Verboten sind Aufnahmen des Politikers, der gerade nicht am Wort ist.

Prodi bereitet sich sorgfältig auf das zweite TV-Duell gegen Berlusconi vor. „Ich will das Land zu Zusammenhalt aufrufen. Ich bereite mich sorgfältig auf das Wahlduell vor. Ich will mich dabei vor allem auf die Inhalte unseres Wahlprogramms konzentrieren“, erklärte der Oppositionschef.

Berlusconi hatte beim letzten Wahlduell schlecht abgeschnitten. Der Regierungschef hatte nervös und irritiert gewirkt. Wiederholt hatte er Prodi „Wirklichkeitsverzerrung“ vorgeworfen, hatte dabei jedoch kaum überzeugend geklungen. In seinem letzten Appell hatte er gegen die Regeln des TV-Duells protestiert, die seiner Ansicht nach jegliche Spontaneität lähmen. Berlusconi hatte stärker auf Kritik gegen seinen Herausforderer als auf inhaltliche Aspekte seines Programms gesetzt. Dies will der Regierungschef beim neuen TV-Auftritt ändern. „Ich will vor allem auf die Pläne setzen, mit denen wir den Modernisierungsprozess in Italien vollenden wollen“, sagte Berlusconi.