martedì, aprile 04, 2006

TV-Duell: Scharfe Töne - Berlusconi: ICI weg

Beim TV-Duell zwischen Ministerpräsident Silvio Berlusconi und seinem Herausforderer Romano Prodi ist es am Montagabend zu scharfen Wortgefechten gekommen. Trotz der strengen Regeln der von RAI 1 ausgestrahlten Fernsehdebatte versuchte Berlusconi ein paar Mal seinen Gegner zu unterbrechen, als der das Problem des ausufernden Defizits und der zunehmenden Steuerhinterziehung unter der Mitte-Rechts-Regierung anprangerte.

„Ich begreife nicht, wie es möglich ist, dass die Linke ständig Italien und ihre Regierung verleumdet, indem sie die Wahrheit völlig entstellt“, kommentierte Berlusconi. Prodi mahnte den Premier, ihn nicht zu unterbrechen und ihn zu respektieren. Er beschuldigte den Ministerpräsidenten und seine Regierungskoalition, ihn ständig beleidigt zu haben. „Man hat mich als ’armen Mann’ und als ’Hase’ bezeichnet, doch ich lasse mich von diesen Tönen nicht beeinflussen“, betonte Prodi.

Der Oppositionschef ärgerte Berlusconi, als er den Zahlenschwall, mit dem der Ministerpräsident die Resultate seiner Regierung im Wirtschaftsbereich aufzulisten versuchte, als den Versuch eines Betrunkenen bezeichnete, sich an einer Straßenlaterne zu stützen, um nicht zu fallen. Auf diese Worte reagierte Berlusconi heftig. „Diese Worte kann ich nicht akzeptieren, Sie müssen dem Regierungschef Respekt zollen“, meinte er.

Auch Berlusconi sparte nicht mit Attacken gegen seinen Gegner. „Lassen Sie mich sagen, dass Sie ein nützlicher Idiot sind. Sie borgen Ihr gutmütiges Pfarrersgesicht der Linken, die zu bis zu 70 Prozent aus Kommunisten besteht“, meinte Berlusconi. Öfters warnte der Regierungschef die Italiener davor, eine Mitte-Links-Allianz zu wählen, die aus elf Parteien besteht. „Prodi wird nicht fähig sein, Italien die politische Stabilität zu sichern“, mahnte der Regierungschef.

Die Steuerpolitik der beiden politischen Blöcke stand im Mittelpunkt der 90 Minuten langen TV-Diskussion, die vom Starjournalisten Bruno Vespa moderiert wurde. Prodi versicherte, dass er eine Erbschaftssteuer für Vermögen im Wert von „einigen Millionen Euro“ einführen wolle. Berlusconi erwiderte, dass Prodi und seine oppositionelle Mitte-Links-Allianz, der zwei kommunistischen Parteien angehören, gegen den Privatbesitz und gegen ein auf Eigeninitiative basiertes Wirtschaftssystem seien und weit geringere Vermögen besteuern werde. „Die Linke hasst den Privatbesitz, sie denkt, dass Kapital unmoralisch ist und dass Ersparnisse fast ein Privileg sind“, betonte Berlusconi.

Am Ende des TV-Duells am Montagabend richteten Berlusconi und sein Herausforderer Prodi einen Wahlappell an die Wähler. Prodi beschuldigte die Mitte-Rechts-Regierung, Italien zwischen Arme und Reiche, Norden und Süden, Arbeitslose und Beschäftigte gespalten zu haben. Er rief die Wählerschaft zu einem gemeinsamen Kampf auf, um Italien nach Jahren der Stagnation wieder in Schwung zu bringen. „Ich fordere insbesondere die Jugendlichen auf, wieder zu Hauptakteuren der Gesellschaft zu werden. Der Einzelne kann nur gut leben, wenn auch der Rest der Gesellschaft gut leben kann“, meinte der Oppositionschef.

Regierungschef Berlusconi setzte in seinem Appell auf die Steuerpolitik. Der Regierungschef versprach, dass er die Immobiliensteuer ICI abschaffen werde. „Der Besitz einer Eigentumswohnung ist für uns heilig wie die Familie“, sagte Berlusconi. „Wir haben in diesen fünf Jahren hart gearbeitet. Wir hätten vielleicht mehr machen können, doch Italien ist ein komplexes Land. Jetzt wollen wir die Arbeit zu Ende bringen, die wir begonnen haben. Wir wollen nicht zurückkehren, sondern weiter voranschreiten“, meinte Berlusconi.