Berlusconi rüstet sich für TV-Duell gegen Prodi
Berlusconi rüstet sich für ein TV-Duell gegen Oppositionschef Romano Prodi, seinen Herausforderer bei den Parlamentswahlen am 9. und 10. April. „Ich werde um jeden Preis am TV-Kampf teilnehmen, auch wenn Prodi nicht auftreten sollte“, sagte Berlusconi nach Angaben italienischer Medien vom Sonntag. Er kritisierte die geltenden Vorschriften für die Wahlkampagne im Fernsehen, die er als undemokratisch anprangerte.
Den Regeln zufolge wird Berlusconi einen Monat vor den Parlamentswahlen an zwei Fernsehduellen gegen Prodi teilnehmen. Das von RAI 1 gesendete Wahlgefecht wird voraussichtlich vom Starjournalisten Bruno Vespa moderiert. Journalisten, deren Namen sowohl von der Regierungskoalition als auch von der Opposition ausgelost werden, dürfen Fragen stellen, die nicht länger als 30 Sekunden dauern. Sogar die Zuschauer im Studio werden sorgfältig ausgewählt.
Zwölf Tage vor der Wahl ist eine Reihe von Pressekonferenzen geplant, die jede Wahlliste veranstalten wird. Beginnen werden die kleineren Parteien. Die letzte Pressekonferenz wird Berlusconi am Tag vor der Wahl halten.
Kein Politiker wird während des Wahlkampfes unangemeldet im Fernsehen auftreten dürfen. Sollten diese Regeln nicht eingehalten werden, drohen den Programmleitern Strafen zwischen 10.000 und 258.000 Euro.
Berlusconi wird nun noch einige Wochen Zeit haben, um sich für das Wahlduell gegen Prodi im Fernsehen vorzubereiten. Bisher hatte er Fernsehauftritte mit seinen Rivalen stets abgelehnt. Für einen Eklat hatte er bei der Wahlkampagne 2001 gesorgt, als er sich geweigert hatte, sich seinem damaligen Konkurrenten Francesco Rutelli zu stellen. Jetzt scheint Berlusconi einen neuen Weg eingeschlagen zu haben, um die Gunst der noch unentschiedenen
Italiener, laut Umfragen ein Drittel der Wählerschaft, für sich zu gewinnen. „Man muss sich an jene Regeln halten, die seriöse TV-Duelle kennzeichnen. Beiden Kandidaten muss die gleiche Zeitspanne für die Antworten zur Verfügung stehen. Der Moderator und die Zuschauer im Studio müssen überparteilich sein“, betonte Berlusconi kürzlich.
Mit den Wahlregeln zeigte sich auch die Opposition zufrieden. „Die regellosen TV-Auftritte Berlusconis der letzten Wochen sind ein Skandal“, kritisierte der Chef der Linksdemokraten, Piero Fassino. Berlusconi ist seit drei Wochen im Fernsehen allgegenwärtig. Im Frühstücksfernsehen, in Talkshows und Abendnachrichten tritt er auf, und meldet sich sogar im Verkehrsfunk.
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